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Online-Meetings - wenn sie zur Strapaze werden. Wie kann ich Zoom-Fatigue vorbeugen?

Kategorie: Arbeitsschutz

Online-Meetings - wenn sie zur Strapaze werden

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Videokonferenzen das Mittel der Wahl, um trotz physischer Distanz nahbar zu bleiben. Was einst mit Neugier, Zuspruch, Belustigung und dem ein oder anderen amüsanten Fauxpas verbunden war – man denke zum Beispiel an die Chefin einer US-amerikanischen Firma, die bei Twitter steil ging, weil sie während des Videochats einen Kartoffelfilter ausprobierte und diesen über die gesamte Konferenzzeit nicht mehr loswurde – geht für viele inzwischen in der Hauptsache mit Ungeduld, Konzentrationsstörungen, Fahrigkeit und Müdigkeit einher. 

Zoom-Fatigue: einfache und schnell umsetzbare Maßnahmen zur Vorbeugung

Dieses Phänomen wird allgemein als Zoom-Fatigue, abgeleitet von der bekannten Software für Videokonferenzen ("Zoom“) und dem französischen Wort für Müdigkeit und Erschöpfung ("Fatigue"), bezeichnet.  
Es liegt unter anderem im ständigen Auf-den-Bildschirm-Starren in der immer gleichen Haltung, um ja nicht von der Bildfläche zu verschwinden, einer vermehrten kognitiven Anstrengung, um auch nonverbale Informationen senden und empfangen zu können, sowie der immer wiederkehrenden Konfrontation mit dem eigenen Videobild, wodurch man zu gleichen Teilen beobachtendes Subjekt und Objekt der Beobachtung ist, begründet. Aber auch das Erhaschen und Verarbeiten eigentlich ungewollter Einblicke in die Privatsphäre anderer Menschen und das abendliche „einfach mal die Seele vorm Fernseher oder hinter dem Smartphone baumeln lassen“ tragen ihren Teil zum Video-Überdruss bei (dguv.de)

Dabei kann man der Videomüdigkeit mit einfachen verhältnis- und verhaltenspräventiven Maßnahmen begegnen: 

  • Online Meetings möglichst kurz halten 
  • Aufteilung eintägiger Sitzungen in mehrere Zeitabschnitte
  • Sicherstellung einer funktionierenden Hard- und Software
  • Einbindung gut funktionierender kollaborativer Tools
  • Einbau von Kurzpausen zwischen zwei Sitzungen
  • Akzeptanz für zwischenzeitlich auch mal ausgeschaltete Kameras
  • Einsatz verschiedener Moderationsmethoden

um nur einige zu nennen (BMAS/inqa.de).

Pausen sinnvoll nutzen und ohne Bildschirmnutzung verbringen

Damit Videokonferenzen nicht zur Erschöpfung führen, sind Selbstregulation und -fürsorge wichtig. Pausen beispielweise sollten sinnvoll und zur Erholung genutzt werden. Das bedeutet, lieber ein paar Lockerungsübungen zu machen, statt Privates auf dem Handy zu erledigen. Vor allem im Homeoffice sind Beschäftigte gefordert, selbst auf gesunde Arbeitsbedingungen zu achten. Sie müssen diese aber auch vom Unternehmen einfordern. Hier sind speziell die Führungskräfte in der Pflicht, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Blick zu behalten.

Wer nach weiteren Maßnahmen sucht, das eigene Verhalten bei der Vorbereitung von und Teilnahme an Videokonferenzen sowie wichtige Rahmenbedingungen reflektieren oder sich ganz generell etwas eingehender mit dem Thema befassen möchte, ist gut damit beraten, sich einmal mit dem CHECK-UP „Zoom-Fatigue“ sowie der dazugehörigen gleichnamigen Broschüre, die kurz und knapp über Ursachen, Symptome und Maßnahmen informiert, zu befassen. Beide Dokumente wurden vor Kurzem vom Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung herausgegeben.
Hier können Sie sich die Dokumente herunterladen:

CHECK-UP Zoom-Fatigue

Praxishilfe Zoom-Fatigue

 

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