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Kategorie: Prozessmanagement

Im zweiten Teil unserer vierteiligen Newsletter-Serie werden Werkzeuge und Methoden für die Datensammlung und -analyse sowie für die resultierende Umsetzung vorgestellt.  
Der dritte Teil gibt Ihnen weitere Einblicke in bewährte Methoden der Datenanalyse und der aufbauenden Lösungsfindung, bevor wir im vierten und letzten Teil die Werkzeuge und Methoden zur Erfolgskontrolle und Maßnahmenauswahl präsentieren. 

Methoden und Werkzeuge zur Datensammlung

Ist ein Unternehmen gewillt fundierte und faktengestützte Entscheidungen zu treffen ist das Wichtigste zunächst eine solide Datenbasis. Diese Datenbasis kann durch Anwendung verschiedener Methoden und Werkzeuge konsequent fehlerminimiert aufgebaut werden. Wir möchten Ihnen die Methode des Problementscheidungsplans sowie der Fehlersammelkarte näherbringen. 

Der Problementscheidungsplan

Die Methode des Problementscheidungsplans wird über alle Projektphasen hinweg angewendet, angefangen bei der Datensammlung und dient dazu, dass Schwierigkeiten im Voraus begegnet werden kann. Es werden vor der Umsetzung bereits mögliche Schwierigkeiten in Form einer Baumstruktur gesammelt und mögliche Gegenmaßnahmen festgelegt. Die Zusammenhänge werden dann grafisch dargestellt und ermöglichen einen schnellen Überblick über das notwendige Vorgehen. 
Durch Betrachten potenzieller Probleme vor deren Entstehung werden Gegenmaßnahmen mit ruhigem Kopf erarbeitet statt im Problemfall. Der Problementscheidungsplan ermöglicht es weiterhin bereits Verantwortlichkeiten festzulegen. 

Die Fehlersammelkarte

Mit der Fehlersammelkarte kann die Häufigkeit von Fehlern erfasst werden. Dies erfolgt in einfachster Weise in Form einer Zählung und Dokumentation in Tabellenform. Sie kann als Grundlage einer einfachen numerischen Auswertung genutzt werden. Die Vorteile bestehen darin, dass eine einfache und direkte Umsetzung ohne Vorkenntnisse oder zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen möglich ist. Es ist jedoch keine Analyse von Fehlerursachen möglich und bei hoher Anzahl von Fehlern ist Unübersichtlichkeit die Folge. 

Methoden und Werkzeuge zur Analyse

Das Sammeln von Daten bildet zwar die Grundlage für eine faktenbasierte Entscheidungsfindung, ist jedoch allein nicht aufschlussreich. Erst die darauf aufbauende Analyse und Auswertung der Daten ermöglicht eine handfeste Planung und Umsetzung. Wir möchten Ihnen daher im Folgenden einige Werkzeuge und Methoden diesbezüglich näherbringen, mit denen Sie ihre gesammelten Daten erfolgreich auswerten können.  

Betrachtet werden das Pareto-Diagramm, das Ishikawa-Diagramm, die FMEA-Analyse (Fehlermöglichkeits- und einflussanalyse) und die SWOT-Analyse (Strenghts-Weaknesses-Opportunities-Threats). 

Das Pareto-Diagramm

Das Pareto-Diagramm ist ein Qualitätswerkzeug und dient der Fehleranalyse. Es kann aufbauend auf der bereits vorgestellten Fehlersammelkarte angewendet werden. Es wird vor allem für die Darstellung der erhobenen Daten verwendet. Die Aufbereitung der gesammelten Daten ermöglicht eine Aussage über die Wichtigkeit einzelner Fehlerkategorien. Hierfür wird ein Säulendiagramm erstellt. Die Säulen zeigen die nach ihrer Größe absteigend sortierten Werte zu den Fehlerkategorien. Eine Summenkurve im Diagramm zeigt den Punkt auf der Abszisse (X-Achse) an, an dem die Fehler die Menge von 80% aller Fehler erreicht. Das Pareto-Diagramm basiert nämlich auf der 80-20-Regel, die besagt, dass 20% der Fehlerarten für etwa 80% aller Fehler verantwortlich sind.

Das Ishikawa-Diagramm

Ein weiteres in der Praxis von unseren Consultants häufig angewendetes Werkzeug ist die Erstellung eines Ishikawa-Diagramms. Dieses ist ebenfalls unter den Bezeichnungen Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Fischgrätendiagramm bekannt. 
Das Ishikawa-Diagramm ist ein Qualitätswerkzeug und eine Strukturierungsmethode zur Problemanalyse sowie der Sammlung aller vorhandenen Einflüsse. Die auftretenden Fehler werden auf Ursachen in den definierten Methoden zurückgeführt. Pfeile im Diagramm verdeutlichen dabei die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung.  

Die Art des Aufbaus unterscheidet sich in 3 Varianten:

  • 3-M-Einflussfaktoren: Mitwelt, Messbarkeit, Management
  • 5-M-Einflussfaktoren: Mitwelt, Methode, Mensch, Material, Maschine
  • 7-M-Einflussfaktoren: Mensch, Management, Maschine, Methode, Material, Messbarkeit, Mitwelt

Es ist ebenso möglich die bestehenden M-Einflussfaktoren zu ergänzen oder selbst gewählte Einflussgrößen zu bilden. Das Ishikawa-Diagramm kann über das Aufzeigen möglicher Ursachen für ein Problem (Fehlerorientierung) Voraussetzungen für einen erwünschten Zielzustand aufzeigen (Erfolgsorientierung).

Die Erstellung eines Ishikawa-Diagramms erfolgt in 4 Schritten:

1.    Problemdefinition bzw. Zielzustand wird in den „Kopf“ rechts eingetragen
2.    Die M-Einflussfaktoren werden an den „Grätenenden“ eingetragen
3.    Alle denkbaren Ursachen für das Problem bzw. Voraussetzungen für das gewünschte Ziel werden gemäß der M-Einflussfaktoren gesammelt.
4.    Die gesammelten Einflüsse können anschließend mittels weiterer Analysemethoden (z.B. ABC-Analyse) gewichtet und in der Rangfolge ihrer Bedeutung weiterbearbeitet werden.

 

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