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Ist Ihr Managementsystem wirklich prozessorientiert?  Das Ende der Übergangsfrist von der DIN EN ISO 9001:2008 zur DIN EN ISO 9001:2015 rückte näher.

Kategorie: Prozessmanagement

5 Jahre nach der "großen Revision"

Im Jahr 2018 brach in vielen QM-Abteilungen hektische Betriebsamkeit aus. Das Ende der Übergangsfrist von der DIN EN ISO 9001:2008 zur DIN EN ISO 9001:2015 rückte näher. Unternehmen mussten, ob Sie wollten oder nicht, sich nach der „neuen Norm“ zertifizieren lassen, um nicht einen Verlust des Zertifikats zu riskieren.

Wie so oft bei Veränderungsprozessen taten sich viele Unternehmen zunächst schwer mit den neuen Anforderungen. War es doch eine sogenannte große Revision, die einen kompletten Paradigmenwechsel darstellte und die Unternehmen in die Lage versetzte, nicht wie gewohnt Normkapitel chronologisch abzuarbeiten, sondern sich in die Prozessperspektive zu begeben.

Was für eine Herausforderung für Strukturgewohnheitstiere wie Managementsystembeauftragte!

Vielfach ging man in Unternehmen so vor, dass an die alte, bereits bestehende Managementsystemstruktur (meist orientiert an den Kapiteln der Norm selbst) um die neu hinzugekommenen Elemente, wie die Risikobewertung oder die Kontextbetrachtung ergänzt wurde.
Dieses Vorgehen war zwar ausreichend, um weiteren Auditierungen stand zu halten, es ist jedoch in der Pflege und Weiterentwicklung mühsam und greift die geforderte Prozessorientierung nur bedingt auf.
 

Die Grundidee der revidierten Norm war einen andere

Der sogenannte prozessorientierte Ansatz beschreibt die Notwendigkeit, sich über die Prozesse im Unternehmen bewusst zu werden, diese unter Berücksichtigung der Anforderungen aus dem organisatorischen Kontext zu gestalten und die Intensität der Dokumentation gemäß einer Chancen- und Risikobewertung festzuschreiben.
Diesen umfangreichen Revisionsschritt gingen seinerzeit nur wenige Unternehmen und pflegen bis heute ein normorientiertes Managementsystem, mit teilweise nur geringem Bezug zu den Unternehmensprozessen.

Vorteile des prozessorientierten Ansatzes

Trotz der aufwändigen Umstellung der Managementsystemstruktur bietet der Ansatz große Vorteile. Allen voran die Delegation der Gestaltungsverantwortung auf die Prozessverantwortlichen, die in der Regel als Führungskräfte über ausreichend Kompetenz und Freiraum verfügen, die Prozesse den sich ständig ändernden Anforderungen entsprechend anzupassen und die Risiken wirkungsvoll einzuschätzen.

Der zweite oftmals unterschätzte Vorteil ist die Kompatibilität mit weiteren Managementsystemen aus der ISO-Famlilie, wie der ISO 14001 (Umweltmanagement) oder der ISO 45001 (Arbeitsschutzmanagement), die ebenfalls den prozessorientierten Ansatz verfolgen. Sofern eine vollständig ausgeprägte Prozessorientierung vorhanden ist, bleibt die Struktur unverändert, die Anforderungen weiterer Normen können in die einzelnen Prozesse relativ leicht integriert werden, während die grundsätzlichen Mechanismen des bestehenden Managementsystems, wie die Lenkung von Nichtkonformitäten, die Managementbewertung oder interne Audits genutzt werden können.

Nicht zuletzt aufgrund der steigenden Anforderungen von Kundenseite hinsichtlich der Nachweisbarkeit und von Umwelt- und Arbeitsschutzmanagementsystemzertifikaten ist es sinnvoll, eine prozessorientierte Struktur zu betreiben, um die Integration dieser zusätzlichen Systeme nicht nicht allzu aufwändig und teuer werden zu lassen.
 

Machen Sie den Prozess-Check!

Sind Sie bereit für die vollständige Prozessorientierung? Besteht bei Ihnen die Notwendigkeit, weitere Managementsystemzertifizierungen umzusetzen? Unser FKC-Prozessmanagement-Team unterstützt Sie gern bei der Analyse Ihres Managementsystems und verhilft Ihnen zu einer stabilen Struktur Ihrer Prozesse, die auch sich ändernden Anforderungen gewachsen ist.

 

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