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Sicherheit im Arbeitsalltag: Handwerkzeuge nicht unterschätzen
Handwerkzeuge wie Cutter, Messer, Hammer oder Schraubendreher gehören für viele Beschäftigte zur täglichen Arbeit. Doch gerade diese einfachen Werkzeuge bergen ein oft unterschätztes Risiko: 2024 wurden laut DGUV über 61.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle durch manuell betriebene Handwerkzeuge verzeichnet (DGUV Jahresbericht 2024). Damit entfiel auf diese Gerätegruppe fast ein Zehntel aller Betriebsunfälle.
Messer sind die größte Gefahrenquelle – mehr als nur kleine Schnitte
Besonders häufig kommt es zu Unfällen mit Schneidwerkzeugen. Mehr als die Hälfte dieser Unfälle entstand durch Messer aller Art – deutlich mehr als bei klassischen Handwerkzeugen wie Hammer, Schraubenschlüssel oder Schraubendreher. Auch im medizinischen Bereich kam es vermehrt zu Verletzungen durch spitze Instrumente.
Hände sind besonders gefährdet
Besonders betroffen sind die Hände, die in über 80 % der Fälle die verletzte Körperstelle ausmachen. Auch wenn viele Unfälle glimpflich verlaufen, sind die Ausfallzeiten häufig spürbar: Viele Beschäftigte fallen nach solchen Verletzungen für ein bis vier Wochen aus, manche sogar deutlich länger. In besonders schweren Fällen – 2024 waren es über 100 Versicherte – war sogar eine Unfallrente notwendig.
Darum sind Handwerkzeuge so risikoreich
Handwerkzeuge wirken simpel, werden aber oft unterschätzt.
Häufige Ursachen für Unfälle sind:
- ungeeignete oder beschädigte Werkzeuge
- rutschige, ungeeignete oder unergonomische Griffe
- ungeschützte Klingen oder mangelhafte Aufbewahrung
- fehlende Schulung und Routine
- mangelnde Ordnung am Arbeitsplatz
So lässt sich das Unfallrisiko wirksam senken
1. Das richtige Werkzeug auswählen
- Nur geprüfte Werkzeuge verwenden, z. B. mit GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.
- Auf ergonomische, rutschfeste Griffe achten.
- Für linkshändige Beschäftigte speziell angepasste Modelle nutzen.
- Sicherheitsmesser z.B. mit automatischem Klingenrückzug einsetzen.
2. Persönliche Schutzausrüstung nutzen
- Schnittfeste Schutzhandschuhe tragen, besonders beim Arbeiten mit Messern.
3. Ordnung und sichere Aufbewahrung
- Werkzeuge übersichtlich und geschützt lagern.
- Klingen stets abdecken oder in Halterungen transportieren.
4. Regelmäßige Pflege und Wartung
- Nur gut gepflegte Werkzeuge sind sichere Werkzeuge.
- Beschädigte Werkzeuge sofort austauschen.
5. Wissen aktuell halten
- Unterweisungen und praktische Schulungen regelmäßig durchführen.
- Gefährdungen systematisch über die Gefährdungsbeurteilung erfassen.
Fazit
Wie der Jahresbericht 2024 der DGUV deutlich macht, sind Handwerkzeuge zwar unverzichtbar, aber nur dann sicher, wenn Auswahl, Handhabung und Organisation stimmen. Besonders der Umgang mit Messern birgt ein hohes Unfallpotenzial. Wer auf Qualität, Ergonomie, Ordnung und regelmäßige Schulungen setzt, schützt nicht nur die Gesundheit der Mitarbeitenden, sondern gewährleistet auch einen reibungslosen und sicheren Betriebsablauf.
Bei allen Fragen zum Arbeitsschutz wenden Sie sich gerne an Ihren Consultant.
